Verhaltensrichtlinien gut kenntlich machen – KrisenTipps (4)

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Menschen sind wie Herdentiere. Es können alle Besucher die Richtlinien zum Coronavirus einhalten, kommt ein Ignorant und macht was er will, dann folgen ihm die Mehrzahl der Anwesenden.

Herdentrieb unterbinden mit gut sichtbaren Verhaltensrichtlinien

In der Realität ist es gar nicht so einfach, den Herdentrieb des Menschen zu unterbinden. Zuwiderhandlungen fallen zwar zumeist Personen auf, aber jemanden auf sein Fehlverhalten hinzuweisen, tut nahezu niemand.

Der Ausweg können wiederholende Hinweisschilder oder Durchsagen per Lautsprecher sein, die kurz und prägnant auf die verschärften Verhaltensrichtlinien hinweisen. Auch in Ladengeschäften findet immer häufiger eine Reizüberflutung statt. Kein Wunder also, dass Hinweise an Regalen oder ähnlichen Verkaufsflächen nicht beachtet werden. Es könnte Werbung sein. Dies sehen Ordnungsbehörden ähnlich. Verhaltensrichtlinien zum Coronavirus sind deutlich und für jeden Besucher erkennbar aufzustellen.

Kundenstopper sind ein effektives Mittel, um auf die Verhaltensregeln zum Coronavirus hinzuweisen. Skizzen sind einprägsamer als Texte. Niemand wird lange Prologe lesen. Prädestinierte Aufstellorte für Kundenstopper und Plakatständer sind Eingangsbereiche.

Bodenmarkierungen „Bitte Abstand halten“ haben sich als sehr effektiv erwiesen, um einen Besucher dezent und immer wieder auf die Verhaltensrichtlinien hinzuweisen. Erstaunlich, aber Hinweise auf dem Boden werden eher wahrgenommen als Plakatständer am Wegesrand.

Wiederholende Hinweise ermutigen das Publikum zusätzlich, andere Menschen anzusprechen, die keine Einsicht haben. Wirklich grobe Vergehen kann man auch dem Personal melden. Die erweiterten Richtlinien zum Coronavirus sind Hausrecht und entsprechend darf das Personal notfalls auch Hausverbote aussprechen.

Panik ist keine Lösung

Bleiben Sie besonnen. Aus Versehen kann es immer mal passieren, dass jemand zu nah an Ihnen vorbeigeht oder ähnliches. Dies ist kein Grund zur Panik. Jede Person muss sich an die neue Situation gewöhnen. Da ist viel Feingefühl gefragt.

Ist man in gewohnter Umgebung – in seinem Lieblingsgeschäft, dann schweifen die Gedanken vor Freude und Sehnsucht schon mal ab. Keine Panik! Ein dezenter Hinweis zu den aktuellen Verhaltensrichtlinien ist wirksamer als eine unverhältnismäßige öffentliche Zurechtweisung. Lassen Sie sich nicht zu Beleidigungen provozieren.

Einlasskontrolle in erfahrene Hände legen – KrisenTipps (3)

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Erste Einzelhandelsgeschäfte haben wieder geöffnet. Die Resultate sprengen die Vorstellungskraft vieler Menschen. Nichts ist wie vor dem Virus!

Bevölkerung ist größenteils in Kauflaune!

Wortwörtlich wurden in Österreich Geschäfte gestürmt. Es ist davon auszugehen, dass sich bei Wiedereröffnung solche Szenen auch in Deutschland abspielen, wenn auch die Voraussetzungen andere sind. Im Gegensatz zum Nachbarland stehen in Deutschland mehr Menschen in Arbeit. Somit ist die Zahl der Schnäppchenjäger stark reduziert. Behördliche Regelungen – Ausgangssperren – mal außer Acht gelassen.

Die Landes- und städtischen Behörden haben bei Wiedereröffnung der Geschäfte ein Wörtchen mitzureden. In den meisten Fällen sind die Verhaltensrichtlinien ziemlich umfangreich. Ob all diese Maßnahmen gerechtfertigt sind, mag ich nicht zu beurteilen. Mir bekannte Ladenbesitzer wollen erst einmal auf die Öffnung verzichten, da die Kosten zur Erfüllung aller Auflagen so teuer sind, dass diese jeden erzielbaren Gewinn übersteigen.

Zu den offensichtlichsten Einschränkungen gehört die Personenbegrenzung im Geschäft, abhängig der Ladenflächen. Häufig schon in Bäckereien oder Lebensmittelgeschäften zu sehen. Seien Sie vorbereitet, dass diese Regelungen auch von den Ordnungsämtern streng kontrolliert werden. Bußgelder sind beachtlich.

Seien Sie sich auch bitte auch im klagen darüber, dass Kundenbetreuung, kassieren und Eingangskontrollen nicht von einer Person kombinierbar sind. Um die Personenbegrenzungen effektiv durchzusetzen, müssen permanent Personen an den Ein- und Ausgängen stehen. Personal, welches Autorität ausstrahlt, ist gefragt. Je größer und bekannter Ihr Ladengeschäft ist, umso mehr Andrang wird es am Tag der Wiedereröffnung geben.

Ein paar Sitzmöglichkeiten vor dem Geschäft lockert die Wartezeit auf. Pauschal kann man es nicht sagen, aber machen Sie sich Gedanken, die ersten Tage für die Eingangskontrolle einen Sicherheitsdienst zu beauftragen. Wiedereröffnung ist ähnlich einer Neueröffnung zu sehen.
Sie haben jetzt die Chance mit allen Mitarbeitern großartigen Umsatz zu machen. Personal wortwörtlich jetzt vor die Türe zu stellen, macht keinen Sinn.

Schnäppchenjäger wittern ihre Chancen

Nicht ganz verkehrt liegen die Menschen mit der Vermutung, dass es an diesem Tag üppige Rabatte geben wird. Seien Sie auf den Andrang vorbereitet. Nicht nur im Geschäft, auch davor, sind Maßnahme zu ergreifen. Bewährt haben sich Absperrgitter, welche die Kundschaft schlangenlinienförmig zum Eingang lotsen. Natürlich ist zu beachten, dass Sie dabei keine Nachbargeschäfte behindern und der Mindestabstand zwischen den Wartenden eingehalten wird. All dies liegt in Ihrem Verantwortungsbereich.

Sie sehen, dass all diese Vorschriften nicht vom Servicepersonal nebenbei mitgemacht werden können. Selbst vor Schmuckgeschäfte haben ich in Österreich lange Schlangen gebildet. Die Menschen haben Geld! Ja, „sparen“ ist das Zauberwort, aber so rational handeln derzeit nur wenige Mitbürger. Die aufziehende Wirtschaftskrise ist vielerorts noch nicht im Bewusstsein angekommen.

Stürmt die Bevölkerung nach Wiedereröffnung die Einzelhandelsgeschäfte? – KrisenTipps (2)

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Die EZB (Europäische Zentralbank) und die Bundesrepublik Deutschland haben etliche Milliarden Euro in das Geldsystem gepumpt. Erst am Tag der Wiedereröffnung wird die tatsächliche Kauflaune der Bevölkerung ersichtlich. Im Vorfeld gibt es zwar Studien, die jedoch auf wackligen Füßen ruhen. Wie schon gesagt, die derzeitige Situation ist ein Ausnahmezustand mit etlichen Variablen.

Werden Sie bei Wiedereröffnung von der Kundschaft überrannt?

Stürmt die Bevölkerung nach Wiedereröffnung die Geschäfte wie einst die Ritter Burgen und Schlösser? Niemand kann es seriös vorhersagen. Ich denke mal, dass Einzelhändler mit Artikeln des täglichen Bedarfs sich eher auf Anstürme einstellen dürfen als Vertreiber von Luxusartikeln.
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist angespannt und die Angst vor Arbeitslosigkeit groß. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf lassen sich nur schwer Geschäfte machen.

Eingangskontrollen werden erforderlich sein und die Ämter werden kontrollieren. Zu den behördlichen Auflagen werden aller Voraussicht nach Personenbegrenzungen abhängig der Ladengröße sein. Sie sind für die Einhaltung verantwortlich!

Hört man sich um, dann gehen viele Menschen von großen Rabattaktionen nach der Coronakrise aus. Die Medien heizen die Stimmung zusätzlich an. Ja, die Frühlingsware muss in vielen Geschäften (z. B. Mode- und Schuhgeschäfte) rasch abverkauft werden, um Platz für die Sommermode zu machen. Wer da nicht an großzügige Rabatte denkt, muss schon sehr naiv sein.

Auch ist der Gedanke nicht ganz abwegig, dass die Einzelhandelsgeschäfte nun mit Nachlässen versuchen werden, die letzten „verlorenen“ Wochen zu kompensieren. Der Umsatz wird im Vordergrund stehen, Gewinn ist Luxus.

Zeigen Sie sich

Wie auch immer Sie mit der Situation umgehen, ist es von großer Bedeutung auf sich aufmerksam zu machen. Entweder, dass das Geschäft wieder geöffnet ist, eventuelle Sonderangebote anzupreisen oder um sonstige Aktionen mitzuteilen.

Um bei Fußgängern Aufmerksamkeit zu bekommen, haben sich Kundenstopper auch in Zeiten von Smartphones, Internet und Multimedia als ein sehr effektiver Werbeträger erwiesen. Auf sich vor dem Geschäft aufmerksam zu machen, erhöht die Anzahl der Besucher zu ein Vielfaches.

Erwartungen und auch Fehlinterpretationen gibt es gerade in dieser angespannten Lage viele. Umso wichtiger ist es als kundenorientierter Unternehmer voranzuschreiten und die Besucher mit klaren und prägnanten Botschaften das richtige Verhalten im Geschäft zu erleichtern.

In Zeiten der Virenepidemie schaffen Desinfektionsmittelspender mit Hinweistafeln vertrauen. Nicht für Sie ist die Situation neu, auch Ihre Kunden und Interessenten gehen bisweilen mit Scheu und Ängsten vor die Haustüre.

Verhaltenshinweise und Desinfektionsmittelspender schaffen Vertrauen! Wundern Sie sich nicht, dass ohne Hinweise es zu Situationen kommen kann, die niemand möchte. Es liegt an Ihnen die Regeln kundzutun. Abgesehen von den gesetzlichen Vorschriften, welche Sie natürlich auch einzuhalten haben.

Wiedereröffnung Ihres Einzelhandelsgeschäfts in der Coronakrise – KrisenTipps (1)

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Es ist absehbar, dass die Beschränkungen wegen dem Coronavirus gelockert werden. Der Weg zum Alltag ist noch lang, aber lieber das Geschäft mit Beschränkungen wieder eröffnen als gar nicht.

Vertrauen Sie nur öffentlichen Bekanntmachungen

Genaue Bedingungen zur den aktuellen Einschränkungen erfahren Sie meist im Rathaus, dem Ordnungsamt oder den örtlichen Gesundheitsbehörden. Viel wird geredet, Substanz haben die Gegenüber meist nur wenig. Abseits vom Mainstream gibt es Gruppierungen, die Krisen für sich versuchen zu nutzen – fallen Sie nicht darauf rein. Sie als Einzelhändler oder Filialleitung müssen sich an Gesetze und Anordnungen halten und nicht an Wünsche.

Mindestabstände voneinander, Höchstzahl von Personen in einem Geschäft sind aktuell nicht in allen Bundesländern einheitlich geregelt. Maskenpflicht zum persöncliehn Schutz vor dem Coronavirus sind auch im Gespräch, aber noch nicht beschlossen. In diesen unsicheren Zeiten ist es umso wichtiger, informiert zu sein. Eventuelle Bußgelder wegen Missachtung der Regelungen sind sehr teuer und können noch weiter die Existenzkrise verschärfen.

Wiedereröffnung gleicht Neueröffnung

Für manchen Einzelhändler war die Schließung seines Geschäftes oder seiner Filiale völlig unerwartet. Dementsprechend wurde mehr oder weniger planlos der Laden verlassen. So sieht dieser dann auch heute noch immer aus. Wohl ein wenig verstaubter und die Schaufenster entsprechend schmutziger.

Hier sind wir schon bei den ersten Maßnahmen zur Wiedereröffnung nach der Coronakrise. Beginnen Sie rechtzeitig mit der Planung und den Vorbereitungen. Neue Dienstpläne müssen erstellt werden, Personal informiert werden und letztlich vor Öffnung des Geschäftes eine Mitarbeitereinweisung zu den neuen Verhaltensregeln erfolgen. Bitte nicht am Tag der Wiedereröffnung, sondern Tage davor. Geben Sie Ihrem Personal Zeit, sich mit den neuen Bedingungen vertraut zu machen.

Menschlichkeit zählt

Seien Sie menschlich und gehen Sie behutsam mit der Situation um. Niemand hat bisher solch eine Epidemie miterlebt, kein Mensch lässt dies unberührt und niemand mag dies. Reden Sie in Augenhöhe miteinander, nehmen Sie Ihrem Personal die allgegenwärtige Angst Fehler zu machen. Niemand ist perfekt und schon gar nicht in der Coronakrise. Es ist die schlechteste Zeit um Perfektionismus zu fordern und mit dem Finger auf Kollegen zu zeigen. Die Krisengewinner sind die Einzelhändler, die als Team zusammenstehen.

Ein weiterer Faktor ist die Angst vor dem Arbeitsplatz – um seine Existenz. Allein schon diese Tatsache macht nervös, kommt dann noch die Angst vor Ansteckung hinzu, ist Teamarbeit unabdingbar!

Das Geschäft muss auf Vordermann gebracht werden! Staubwedel, Wischmop und Fensterlappen sind gefragt. Jedes Geschäft hat andere Regelungen. Beachten Sie bei dem Einsatz von externen Dienstleistern bitte, dass Sie nicht das einzige Geschäft in seinem Einzugsgebiet sind. Nehmen Sie rechtzeitig Kontakt mit der Firma auf und planen Sie die Reinigung.

Sind bauliche Anpassungen wie eine transparente Schutzwand vor ungewollten Übertragungen per Tröpfcheninfektion durch Niesen oder Spucken anzubringen oder andere Hygienemaßnahmen zu bestellen?

Ebenso wichtig ist, weit vor der Wiedereröffnung Computer und das Kassensystem hochzufahren. Bei einer Schließung von mehreren Wochen kann schon mal das ein oder andere Update zu installieren sein oder eventuell Lizenzen zu verlängern sein. Ärgerlich wenn dies erst bei der Wiedereröffnung auffällt. Dieser Stress ist mit Weitsicht zu vermeiden.

Zu guter Letzt: Werbung! Zeigen Sie Ihrer Kundschaft, dass Sie bald wieder für Sie da sind. Handzettel am Schaufenster anzubringen, hinterlässt nicht den besten Eindruck. Plakate kompetent dargestellt – oftmals billiger als ein Parkknöllchen – zeigt Professionalität. Planen Sie zur Wiedereröffnung Sonderaktionen? Dann ist jetzt der beste Zeitpunkt dies mitzuteilen, bevor Ihre Mitbewerber dies tun.

Im nächsten Teil der KrisenTipps gehen wir gezielt auf Hinweisschilder, Hygiene und Werbeträger ein.